Chronik Marienstift ab 1904

1904

7. Oktober
Unter dem Patronat der Fürstin Marie von Schwarzburg-Sondershausen errichten der "Verein für Krüppelfürsorge in Thüringen" mit seinem Ortsausschuss Arnstadt und Konsistorialrat Emil Petri die Stiftung "Marienstift".

1905

4. April
Arbeitsbeginn des Marienstifts als „Heil-, Pflege- und Erziehungsanstalt für bildungsfähige Krüppel“ mit Schul- und Berufsausbildung im „Alten Haus“. Erster Direktor: Superintendent Emil Petri.

1914

Mit dem Handwerkerhaus entsteht der erste Erweiterungsbau.

1925

22. Dezember
Die Orthopädische Klinik wird eingeweiht. Erster Chefarzt: Dr. med. Leopold Frosch.

1930

1. April
Nach dem Tod von Emil Petri am 18. Juni 1929 wird Pfarrer Friedrich Behr neuer Direktor des Marienstifts.

1934

Die Arbeit der Einrichtung wird durch den NS-Staat zunehmend bedroht. Spendensammlungen werden verboten. Der Kampf um die Eigenständigkeit wird begleitet von heftigen Auseinandersetzungen um die „Euthanasie“ und den Begriff „lebensunwertes Leben“. Direktor Behr wendet sich entschieden gegen das Programm der Nationalsozialisten zur Tötung von Menschen mit Behinderungen.

1939

Die Klinik wird teilweise Lazarett. Die Gottesdienste im „Alten Haus“ werden von vielen Gemeindegliedern aus der Stadt besucht, die den Kurs der regimenahen „Deutschen Christen“ in der Thüringer Landeskirche ablehnen.

1945

6. Februar
Ein Bombenangriff zerstört das „Alte Haus“, drei Schwestern werden dabei getötet. Die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter im Luftschutzkeller bleiben unversehrt. Nach Kriegsende löst die Sowjetische Militäradministration das Lazarett auf und gibt die Klinik für private Patienten frei.

1951

Im Werkstättenhaus von 1927 wird nach einer Aufstockung das vorläufige orthopädische Kinderheim mit Sonderschule eingerichtet.

1952

Eine Baracke dient künftig als Kirchensaal. Der Raum erhält einen Altar des Holzbildhauers Friedrich Popp, der im Marienstift die Krankengymnastik leitet.

1953

12. Mai
Bei einem Besuch des Marienstifts ernennt der Thüringer Landesbischof Moritz Mitzenheim Direktor Behr zum Kirchenrat.

11. Dezember
Chefarzt Dr. Frosch erhält in Berlin die DDR-Auszeichnung „Verdienter Arzt des Volkes“.

1958

Nach dem Tod von Kirchenrat Behr am 4. August übernimmt Pfarrer Heinrich Behr die Nachfolge als Direktor des Marienstifts.

1959

Nach dem Tod von Chefarzt Dr. Frosch am 28. Dezember 1958 wird Dr. med. Ernst-Wilhelm Abeßer leitender Arzt der Orthopädischen Klinik.

1962

12. Juli
Unter der Bezeichnung „Geschützte Werkstatt für angepasste Arbeit“ nimmt die erste Behindertenwerkstatt in der DDR ihre Arbeit auf.

1972

28. Januar
Nach dreijähriger Bauzeit mit finanzieller Unterstützung von westdeutschen Partnerkirchen wird das Orthopädische Kinderpflegeheim eröffnet. Die Einrichtung als Ersatz für das „Alte Haus“ erweitert die Möglichkeiten für die Arbeit mit Eltern behinderter Kinder und die Aufnahme behinderter Gäste vor allem in den Sommermonaten.

1988

5. Juli
Dr. med. habil. Ulrich Irlenbusch wird nach Verabschiedung von Medizinalrat Abeßer neuer Chefarzt und leitender Arzt.

1989

Nach der politischen Wende in der DDR besuchen erstmals mehr als 100 Mitarbeiter die Adventsfeier in einer Partnereinrichtung in Hessisch-Lichtenau.

1990

1. Juli
Mit der deutsch-deutschen Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion endet die westliche Finanzhilfe für die Diakonie in der DDR. Spenden und Rücklagen werden um die Hälfte abgewertet. Das Marienstift tritt dem neu gegründeten „Evangelischen Krankenhausverband e. V.“ bei.

1991

15. September
Pfarrer Jürgen Friedrich tritt als Direktor die Nachfolge von Kirchenrat Heinrich Behr an, der nach 33 Jahren in diesem Amt in den Ruhestand verabschiedet wird.
Die Schule erhält vom Kultusministerium die vorläufige Anerkennung als private Förderschule.

1992

Am Kesselbrunn entstehen, zunächst in umgebauten alten Gebäuden, neue Werkstattplätze für Behinderte.

1993

2. August
Das Marienstift übernimmt von der Stadt den ehemaligen Kindergarten in der Rudolstädter Straße, der in den nächsten Jahren schrittweise zur modernen Förderschule um- und ausgebaut wird.

1994

25. Juli
Die Stadt überträgt das Eigentumsrecht für die Wohnstätte Jonastal an das Marienstift, das für diesen Standort einen Neubau vorbereitet.

1996

29. März
Eröffnung der neuen Werkstatt für behinderte Menschen „Am Kesselbrunn“

1998

24. April
Die Grundsteinlegung gibt den offiziellen Auftakt für die neue Wohnstätte im Jonastal.
Im gleichen Jahr beginnen die vorbereitenden Abrissarbeiten für den Klinikneubau.

1999

Mit der Übernahme von sechs Arbeitsgebieten der sozialen Beratung und Betreuung in Arnstadt und Ilmenau erweitert das Marienstift seine Aufgabenbereiche als regionaler diakonischer Träger.

19. März
Grundsteinlegung für die neue Orthopädische Klinik.

17. September
Mit der Einweihung der „Wohnstätte Jonastal“ finden 48 behinderte Menschen ein neues Zuhause.

2000

24. November
Patienten und Personal beziehen die im ersten Bauabschnitt entstandenen Bereiche der neuen Klinik, die am 6. Oktober eingeweiht worden war.

2001

10. August
Holger Aumann wird neuer Schulleiter des Förderzentrums in der Rudolstädter Straße. Er ist Nachfolger von Horst Bitzmann, der nach 42 Dienstjahren im Marienstift in den Ruhestand verabschiedet wurde.

9. November
Das Zentrum für Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie in der Rosenstraße nimmt seine Tätigkeit auf.

2003

12. September
Mit der Einweihung des zweiten Bauabschnitts der Orthopädischen Klinik ist das größte Neubauprojekt des Marienstifts in seiner fast 100-jährigen Geschichte abgeschlossen.

2004

1. Januar
Das Marienstift übernimmt den bisher von der Stadt Weimar gehaltenen Gesellschafteranteil von 50 Prozent an der Betreibergesellschaft für die 1998 eröffnete „Sophien- und Hufelandklinik“. Damit sind am größten evangelischen Krankenhaus mit Komplettversorgung in Thüringen ausschließlich diakonische Träger beteiligt.

26. Februar
Grundsteinlegung für ein neues Kinder- und Jugendheim in der Gerastraße.

7. Oktober
Eine Feierstunde in der Aula des Förderzentrums erinnert an die Gründung der Stiftung vor 100 Jahren.

2005

April
Die einzelnen Arbeitsbereiche und Einrichtungen begehen das Jubiläum „100 Jahre Marienstift“ gemeinsam mit Gästen aus Kirche und Gesellschaft der Region und des Freistaates Thüringen.

2006

10. Dezember
Wechsel im Vorsitz des Verwaltungsrates von Herrn Rechtsanwalt Ingo Geisler auf Herrn Landrat a. D. Dr. Lutz-Rainer Senglaub.

2007

25. März

Rundfunkgottesdienst des MDR aus dem Marienstift.

8. Juni

Verabschiedung von Herrn Jörg Langner und Einführung von Frau Petra Hegt als Kaufmännische Direktorin.

7. Dezember

Eröffnung des Jugendschutzzentrums "Baumhaus".

2008

21. Juni

Eröffnung einer neuen Produktionshalle in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) am Kesselbrunn.

2009

5. April
Verabschiedung von Herrn Kirchenrat Jürgen Friedrich und Einführung von Herrn Pfarrer Andreas Müller als Direktor des Marienstifts.

14. Dezember

Eröffnung des Ersatzneubaus des Förderbereiches der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) am Kesselbrunn.

2010

12. Oktober
Eröffnung der Außenwohngruppe der Wohnstätte Jonastal in der Saalfelder Straße.

2011

4. Dezember

Wechsel im Vorsitz des Verwaltungsrates von Herrn Dr. Lutz-Rainer Senglaub auf Herrn Dr. Reinhard Köhler.

2012

22. Mai
Orthopädische Klinik des Marienstifts wird Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena.

8. Oktober

Eröffnung des Kinderheimneubaus "Gertrud-Ranft" am Floraweg

2013

8. Juli
Auszeichnung der Orthopädischen Klinik durch die AOK für „überdurchschnittlich gute Behandlungsqualität im Leistungsbereich Implantation von Kniegelenktotalendoprothesen“

22. August

Eröffnung der neuen Kindertagesstätte „KinderSegen“ am Floraweg

2014

September/Oktober
Abriss des alten Klinikgebäudes auf dem Zentralgelände Wachsenburgallee

20. Dezember
Prof. Dr. med. Ulrich Irlenbusch wird feierlich aus seinem langjährigen Dienst als Chefarzt, als Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik und als Mitglied des Vorstandes des Marienstifts verabschiedet

2015

1. Januar
Berufung von Dr. med. Heiko Spank zum neuen Ärztlichen Direktor, nachdem Prof. Dr. med. Ulrich Irlenbusch in den Ruhestand eingetreten ist.

17. Januar
Kirchenrat Heinrich Behr, langjähriger Direktor des Marienstifts verstirbt im Alter von 88 Jahren

26. April
Rundfunkgottesdienst beim MDR aus der Kapelle der Orthopädischen Klinik, Thema: „110 Jahre diakonische Arbeit im Marienstift“

30. Mai
1. Segensfeier für die Schüler der 8. Klasse der Emil-Petri-Schule in der Arnstädter Bach-Kirche