Gelebte Inklusion auf der Mühlburg

Das Team der Mühlburg, unterstützt von zwei Praktikantinnen

„Wir freuen uns riesig, dass wir wieder Besucher auf dem Burgberg begrüßen können“, sagt Matthias Schrader, Leiter der Werkstatt am Kesselbrunn, einer Einrichtung des Marienstifts Arnstadt, die sich der Förderung behinderter Menschen und ihrer Teilhabe am Arbeitsmarkt verschrieben hat. Dazu gehört auch die Mühlburg, die seit dem Jahr 2000 eine Außenarbeitsstelle der Werkstatt ist. Im Auftrag der Gemeinde Mühlberg kümmern sich dort fünf Beschäftigte darum, dass alles läuft in dem alten Gemäuer. Normal von März bis Oktober, doch coronabedingt konnte die Werkstatt dieses Jahr erst Mitte Juni den Betrieb aufnehmen.
Die Beschäftigten betreuen den Einlass, das kleine Museum, das sie vor 20 Jahren aufgebaut und stetig erweitert haben und in dem die Gemeinde Dauer- wie Sonderausstellungen anbietet. Dazu kommen der Kiosk sowie die Pflege der Außen- und Sanitäranlagen.

„Die Idee, die Burg durch unsere Werkstatt zu betreiben, ging ursprünglich von einer Beschäftigten aus, die aus Mühlberg stammte“, sagt Matthias Schrader. Mit der Gemeinde wurde man sich bald einig, und seitdem konnte die Mühlburg immer stärker als Tourismusort genutzt werden. Viele Wandergäste rasten hier, dazu kommen Schulklassen, die Thüringens älteste Burg gern als Ziel für Bildungstage einplanen. „Unsere Beschäftigten sind immer gern bereit, auch kleine Führungen anzubieten, wenn man sie darum bittet“, sagt Matthias Schrader. Wer sich von seinen 190 Beschäftigten für den Einsatz auf der Burg qualifiziert, ist kontaktfreudig. „Voraus geht immer auch ein Training im Berufsbildungsbereich der Werkstatt“, so der Werkstattleiter. „Der Umgang mit Besuchern, Eintrittsgeldern, mit dem Kiosk - das muss alles passen.“ Weitere Grundvoraussetzung für die Arbeit auf dem Burgberg: „Unsere Beschäftigten müssen gut zu Fuß sein.“
Was sie glücklich macht: „Zufriedene Besucher, die sich über die Arbeit der Werkstatt-Beschäftigten freuen. Dafür tun wir viel.“ Zum Beispiel auch im Kiosk: „Unsere Bockwürstchen stammen aus einer lokalen Landfleischerei. Manche unserer Stammgäste wissen das und planen den Imbiss auf der Burg entsprechend ein“, sagt Schrader lachend. „Die Mühlburg ist eins unserer Leuchtturmprojekte. Hier wird Inklusion gelebt. Unser Mühlburgteam hat immer gute Laune und freut sich über jeden Gast – und diese Freundlichkeit wird von den Besuchern wahrgenommen und geschätzt.“

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