Patientengeschichte: Hüft-OP rettet jungen Mann vor dem Rollstuhl
Dass Philipp Reppe (42) je wieder mit dem Fahrrad durch halb Berlin zur Arbeit radeln würde – das hatte er noch vor einem Jahr nicht geglaubt. Denn der an sich aktive junge Mann hat aufgrund seiner genetischen Veranlagung – er hat Trisomie 21 – eine Hüftanomalie. Sie war die Ursache für seine starke Arthrose im Hüftgelenk, mit Fehlhaltungen und Schmerzen, jahrelangen Entzündungen und einem bereits eingebrochenen Becken.
Drei Jahre lang hatte seine Mutter Silvia Reppe nach einer Behandlungsmöglichkeit für ihren Sohn gesucht, denn ohne eine OP wäre Philipps Zukunft der Rollstuhl gewesen. Schließlich stieß die Berlinerin aufs Marienstift Arnstadt. Hier in Thüringen, an der Fachklinik für Orthopädie, nahm sich das Team um Prof. Dr. med. Maik Hoberg der komplizierten Erkrankung an.
„Diese Hüfte war nicht vergleichbar zu anderen Hüft-OPs. Es lagen komplexe Defekte vor, die u.a. vom Gendefekt herrühren“, so der Ärztliche Direktor. „Die Planung war auch für den Hersteller eine Herausforderung.“ Philipp Reppes Gelenkknochen sind kleiner als bei anderen Menschen. Er benötigte nicht nur ein maßgefertigtes Gelenk, sondern aufgrund des fortgeschrittenen Krankheitsstadiums einen kompletten Beckenteilersatz.
Philipps Hüfte wurde im CT exakt vermessen, danach wurden im 3D-Druckverfahren ein neues Gelenk und der Beckenteilersatz angefertigt. Letztlich konnten die neuen Gelenkkomponenten in einer 90-minütigen Operation minimalinvasiv mit einem Ausrenkschutz eingesetzt werden.
Nur wenige Tage später lief Philipp Reppe schon wieder an Gehstützen. Seine immensen Schmerzen waren gelindert. Er und seine Mutter waren glücklich. „Drei Jahre lang hatten wir immer wieder gehört, das würde nichts. Eine OP wäre nicht möglich. Philipp müsste mit Schmerzmittel und Rollstuhl leben“, sagt Silvia Reppe. „Hier am Marienstift Arnstadt haben wir eine ganz besondere Fachkompetenz im gesamten Team gefunden. Wir sind sehr dankbar.“
Direkt im Anschluss an den Klinikaufenthalt stand eine Reha an. Ein halbes Jahr später meldet sich das Mutter-Sohn-Duo per E-Mail in der Fachklinik:
Philipp fährt wieder Fahrrad und kann auch wieder in der Küche seiner Werkstatt für behinderte Menschen mitarbeiten, die seit 20 Jahren sein Arbeitsort ist. Für ihn und seine Mutter ist der Erhalt der Beweglichkeit ein echter Gewinn an Lebensqualität.