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„Verwenden statt Verschwenden“ – Seminarfacharbeit zum Thema Lebensmittelverschwendung

Rosalie, Lina, Vincent, Hannes und Nils haben eine Mission: Sie wollen Lebensmittel retten und haben dies zum Thema ihrer Seminarfacharbeit gemacht. Fast zwei Schuljahre beschäftigten sich die Gymnasiasten der Emil-Petri-Schule damit, haben Feldforschung betrieben, Umfragen erarbeitet und schließlich für ihre Mitschüler einen Flyer mit Rezepten erstellt, der ganz praktisch helfen soll, Lebensmittel lieber aufzuessen, anstatt wegzuwerfen. Nun haben die sechs Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit im abschließenden Kolloquium verteidigt.

„Viel zu oft landen Lebensmittel, die eigentlich noch genießbar wären, im Müll“, sagt Zwölftklässlerin Lina, und Nils ergänzt: „Damit verschwenden wir nicht nur Brot, Obst oder Gemüse, sondern auch Wasser, Energie Arbeit und Geld.“

In einer Online-Umfrage unter 300 Teilnehmenden aus der Region fanden sie heraus: Obst und Gemüse (55,3 %), Brot und Backwaren (44 %) werden am häufigsten entsorgt.

Das Ergebnis schlug der Gruppe auf den Magen: „Hier wollten wir gegensteuern“, sagen sie. Sie sensibilisierten die befragten Kunden und sprachen mit Herstellern und Händlern. Warum ist manchmal das Brot bereits um 17 Uhr ausverkauft, an anderen Tagen bleiben zehn frische Brote übrig? Das sei unberechenbar, erfuhren sie. „Manchmal ist sogar das Wetter der Grund.“

Mit einer 7. Klasse ihrer Schule besuchten sie die Ilmenauer Tafel, die wie die Emil-Petri-Schule eine Einrichtung des Marienstifts Arnstadt ist. Dort halfen sie, gespendete Waren zu sortieren, informierten sich über die Logistik des Sozialprojekts und schärften bei ihren Mitschülern das Bewusstsein dafür, welche Ursachen und Folgen Lebensmittelverschwendung hat und was jede:r selbst dagegen tun kann.

Das Ergebnis dieser Seminararbeit ist nachhaltig: Nicht nur, dass die Gruppe ihren eigenen Konsum überdachte und umstellte. Ihr Rezepte-Flyer widmet sich ganz praktisch dem Retten von Brot und Gemüse. „Er beinhaltet einfach nachzukochende Speisen wie „Arme Ritter“ oder Brotaufstrich“, sagen Rosalie, Lina, Vincent, Hannes und Nils. Auch selbst gemachte Gemüsechips sind dabei, genauso wie eine Option für übrig gebliebenen Kartoffelbrei: Kartoffelbreibrot. Denn, so fanden sie heraus, bereits zu Hause zubereitete Lebensmittel machen 24 Prozent der entsorgten Waren aus. „So können wir Impulse geben, die im Alltag wirklich helfen. Denn wenn wir alle ein wenig bewusster mit Lebensmitteln umgehen, reduzieren wir nicht nur Abfälle, sondern entdecken ganz neu, wie vielseitig und wertvoll unsere Lebensmittel eigentlich sind.“

Ihre Arbeit haben die Gymnasiasten mit sehr gutem Ergebnis umgesetzt und verteidigt.