Eine Chance für Omar: Fünfjähriger aus Ghana zur OP im Marienstift

Dr. med. Christine Bollmann, Chefärztin der Klinik für Kinderorthopädie am Marienstift Arnstadt, Patient Omar, Physiotherapeutin Claudia Arndt, Oberarzt Dr. med. Jens Raabe.

Wer Omar trifft, merkt schnell: Das ist ein Wirbelwind. Seine Augen funkeln fröhlich, neugierig erkundet er sein Umfeld, so gut es seine Beine zulassen. Denn Omar leidet an Morbus blount, einer Deformation des Unterschenkelknochens, die extreme O-Beine verursacht. Unbehandelt führt sie zu massiven Bewegungseinschränkungen.

Im Marienstift Arnstadt erhielt der Junge nun Hilfe: Denn einmal im Jahr betreut das Team um Dr. med. Christine Bollmann, Chefärztin der Klinik für Kinderorthopädie, unentgeltlich ein Kind aus Kriegs- und Krisengebieten oder Ländern ohne ausreichende medizinische Versorgung. Die Kinder kommen auf Vermittlung des Friedensdorfs International nach Arnstadt. Die Organisation holt seit 50 Jahren verletzte und kranke Kindern zur medizinischen Behandlung nach Europa, wenn sie in ihrer Heimat keine Möglichkeit einer adäquaten Behandlung hätten.

Meist sind es komplizierte orthopädische Fälle, die das Friedensdorf in Oberhausen den Arnstädter Spezialisten in die Hände legt, etwa extreme Fehlstellungen oder Klumpfüße. Das Friedensdorf organisiert den Aufenthalt in Deutschland und bringt die Kinder nach erfolgreicher Behandlung zu ihren Familien in die Heimat zurück.

„Die Anlagestörung der Wachstumsfuge führt zu einem massiven O-Bein. Meist ist nur ein Bein betroffen“, erklärt Chefärztin Dr. med. Christine Bollmann. In einer einstündigen Operation korrigierten nun die Arnstädter Kinderorthopäden die Störung der Wachstumsfuge und setzten eine begradigende Platten zur Wachstumslenkung ein. Ist die Heilungsphase abgeschlossen, gibt es ein Wiedersehen in Arnstadt: Dann wird die stabilisierende Platte wieder aus Omars Bein entfernt. Sollte die Wachstumslenkung jedoch nicht ausreichen, stehen Folgetherapien an.

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